Bierclub

Bierkunde

Unsere Bier-Systematik: Die Sorte ist die Geschmacksfamilie, die Art ein benannter Unterstil. Alles Messbare — Gärung, Stärke, Farbe, Bittere — steht als Eigenschaft direkt am Bier.

Die vier Facetten

Gärungsart

Untergärig = Lagerfamilie (kalt vergoren: Helles, Pils, Bock & Co.), obergärig = Ale-Familie (wärmer vergoren: Weizen, Kölsch, Pale Ale), spontan = wilde Hefen (Sauerbiere).

Biergattung (dt. Steuerrecht, aus der Stammwürze)

Einfachbierunter 7 °P
Schankbier7 bis unter 11 °P
Vollbier11 bis unter 16 °P
Starkbierab 16 °P

Farbe (EBC-Skala)

  • strohgelb
  • gold
  • bernstein
  • kupfer
  • braun
  • dunkelbraun
  • schwarz

Bittere & Trübung

IBU misst die Hopfenbittere (Helles ~18, Pils ~30–40, IPA 40+). Naturtrüb heißt unfiltriert — typisch für Kellerbier, Zwickl und Hefeweizen.

Sorten & Arten

Altbier

noch kein Bier

obergärig · 11–13 °P · 25–45 IBU

Das Düsseldorfer Gegenstück zum Kölsch: ebenfalls obergärig und kalt gereift, aber kupferbraun und malzig-herb.

Belgisches Starkbier

1 Bier

obergärig · 16–26 °P · 15–30 IBU

Mit belgischer bzw. Trappisten-Hefe vergoren: fruchtig, süßlich, stark — hier prägt die Hefe den Stil, nicht die Stärke.

Bockbier

3 Biere

untergärig · 16–20 °P · 20–35 IBU

Die deutsche Bock-Familie: stark eingebraute, malzige Lagerbiere (Bock ≥ 16 °P, Doppelbock ≥ 18 °P). Dass sie Starkbiere sind, zeigt die Gattungs-Facette automatisch.

  • Bock — Der Grund-Bock: Stammwürze ≥ 16 %, malzig und kräftig.
  • Doppelbock (3) — Stammwürze ≥ 18 %: sehr malzig, hell oder dunkel (Farb-Facette) — Namen enden gern auf „-ator". (18–21 °P)
  • Eisbock — Durch Ausfrieren konzentriert — die stärkste Bock-Stufe.
  • Maibock — Hellere, hopfenbetontere Frühjahrs-Variante des Bocks.

Dunkles

1 Bier

untergärig · 11–14 °P · 18–28 IBU

Dunkle untergärige Lagerbiere: Röst- und Karamellaromen bei moderater Hopfung.

  • Münchner Dunkel (1) — Der Klassiker: braun, malzaromatisch (Brot, Karamell) — auch fränkische dunkle Lagerbiere.

Export

6 Biere

untergärig · 12–14 °P · 20–30 IBU

Eigenständige untergärige Sorte (Stammwürze 12–13,5 %): kräftiger und runder als ein Helles. Traditionslinien: Dortmunder, Münchner und Wiener Export.

Helles

25 Biere

untergärig · 11–13 °P · 15–22 IBU

Das helle untergärige Lagerbier nach Münchner Brauart: mild, malzbetont, dezent gehopft.

Internationales Lager

9 Biere

untergärig · 10–12 °P · 15–25 IBU

Lagerbiere internationaler Prägung — das, was man weltweit als „Lager" bestellt.

  • Helles Lager (6) — Schlank, neutral, spritzig — der weltweite Standardtyp (Heineken, Carlsberg & Co.); hopfenbetonte Vertreter wie Hop House 13 erkennt man an der IBU-Facette.
  • Starkes Lager (2) — Hochprozentige internationale Lager (Malt Liquor / Strong Lager) — als Starkbier erkennbar an der Gattungs-Facette. (15–22 °P)
  • Wiener Lager (1) — Kupfer- bis bernsteinfarbenes Lager mit Karamellmalz — Wiener Brauart, heute u. a. als baltisches Bernstein-Lager gebraut.

Irish Red Ale

1 Bier

obergärig · 10–12 °P · 18–28 IBU

Irischer obergäriger Stil: rötlich, malzig-mild mit Karamellnote und geringer Bittere.

Kellerbier

6 Biere

untergärig · 11–13 °P · 20–35 IBU

Unfiltrierte, naturtrübe Lagerbiere „frisch aus dem Keller". Kellerbier und Zwickl bezeichnen regional weitgehend dasselbe Bier-Konzept — die Zuordnung folgt schlicht dem Etikett.

  • Kellerbier (4) — Etwas kräftiger gehopft und länger gelagert, häufig bernsteinfarben.
  • Zoigl — Oberpfälzer Kommunbrauhaus-Tradition.
  • Zwickl (2) — Die jüngere, spritzigere, mildere Abfüllung (benannt nach dem Zwickelhahn).

Kölsch

3 Biere

obergärig · 11–12,5 °P · 18–30 IBU

Obergärig vergoren, aber kalt gereift: schlank, hell — geschützte Kölner Spezialität.

Landbier

2 Biere

untergärig · 11–13 °P · 18–28 IBU

Kein fest definierter Stil, sondern die traditionelle Bezeichnung für das rustikale Hausbier regionaler Brauereien. Aufnahmeregel: nur wenn die Brauerei es selbst so nennt und kein präziserer Stil passt.

Märzen

2 Biere

untergärig · 13–14,5 °P · 18–28 IBU

Bernsteinfarbenes, malzbetontes untergäriges Vollbier — ursprünglich das im März auf Vorrat eingebraute Bier, heute auch als Festbier bekannt. Verwandt mit Export, aber dunkler und malziger.

  • Dunkles Märzen (1) — Dunkle, kräftig-malzige Variante — oft saisonal als Winterbier verkauft.
  • Festbier — Das moderne helle Oktoberfestbier — kräftiger als Helles, heller als Märzen.
  • Märzen (1) — Kräftig malzig, rund, bernstein- bis rotgoldfarben.

Pale Ale

5 Biere

obergärig · 11–14 °P · 30–50 IBU

Helles, hopfenaromatisches obergäriges Bier englischen Ursprungs mit fruchtigen Hefe- und Hopfenaromen.

  • India Pale Ale (2) — Historische Export-Unterart des Pale Ale: stärker eingebraut und deutlich kräftiger gehopft. (14–17 °P · 40–70 IBU)
  • New England IPA — Trübe, weiche, saftig-fruchtige IPA-Spielart mit später Hopfung.
  • Pale Ale (3) — Der Grundstil: hopfenaromatisch bei moderater Bittere.

Pils

11 Biere

untergärig · 11–12,5 °P · 25–45 IBU

Untergärig, schlank und deutlich hopfenbetont — die herbste der klassischen deutschen Sorten.

  • Deutsches Pils (9) — Herb, trocken, helle Farbe; norddeutsche Vertreter besonders bitter.
  • Imperial Pils (1) — Kräftigere, intensiver gehopfte (Craft-)Interpretation des Pils.
  • Tschechisches Pils (1) — Der Ursprungsstil aus Pilsen: weicher Körper, Saazer Hopfen.

Porter

2 Biere

obergärig · 11–15 °P · 20–40 IBU

Dunkles Bier englischen Ursprungs mit Röstmalz — milder und schlanker als ein Stout.

  • Baltic Porter (1) — Ostsee-Tradition: kräftig, untergärig und kalt gereift. (untergärig · 15–22 °P)
  • Porter (1) — Der klassische, mildere dunkle Röstbier-Stil.

Rauchbier

1 Bier

untergärig · 13–14,5 °P · 20–30 IBU

Mit über Buchenholz gedarrtem Rauchmalz gebraut — Bamberger Spezialität.

  • Rauchmärzen (1) — Rauchbier auf Märzen-Basis, der bekannteste Vertreter des Stils.

Rotbier

1 Bier

untergärig · 11–13 °P · 20–30 IBU

Eigenständiger historischer Bierstil aus Nürnberg (belegt seit dem 14. Jahrhundert): untergärig, rot- bis kupferfarben, karamellmalzig.

Sauerbier

noch kein Bier

spontan/wild · 7–12 °P · 3–10 IBU

Absichtlich säuerlich vergorene Biere — erfrischend, spritzig, oft leicht.

  • Berliner Weisse — Norddeutscher Klassiker: leicht, spritzig-sauer.
  • Gose — Leipziger Spezialität: mit Salz und Koriander, mild-sauer.

Schwarzbier

1 Bier

untergärig · 11–13 °P · 20–35 IBU

Untergäriges, fast schwarzes Vollbier: dezente Röstaromen bei schlankem Körper.

Stout

2 Biere

obergärig · 10–13 °P · 30–60 IBU

Der kräftigere Bruder des Porters: intensiv röstig, Kaffee- und Schokoladennoten.

  • Extra Stout (1) — Kräftig gehopfter, trockener, röstbetonter Stout.
  • Imperial Stout (1) — Sehr starker, intensiv röstiger Stout. (20–26 °P · 50–90 IBU)
  • Irish Dry Stout — Trocken und schlank mit Röstkaffee-Note — der Fassklassiker (z. B. Guinness Draught).

Weizen

5 Biere

obergärig · 11–14 °P · 8–15 IBU

Obergärig mit hohem Weizenmalzanteil; typische Bananen-/Nelkenaromen aus der Hefe.

  • Dunkelweizen — Weißbier mit dunklen Malzen: brotig-karamellig.
  • Hefeweizen (4) — Naturtrüb, fruchtig-spritzig, geringe Bittere — von strohgelb bis bernstein (Farb-Facette).
  • Kristallweizen — Filtriertes, glanzklares Weizen — spritzig und schlank.
  • Weizenbock (1) — Starkbier-Variante des Weizens (Stammwürze ≥ 16 %) — als Starkbier erkennbar an der Gattungs-Facette. (16–20 °P · 15–30 IBU)

Witbier

noch kein Bier

obergärig · 11–12,5 °P · 10–20 IBU

Belgisches Weizenbier mit Koriander und Orangenschale — hefetrüb, spritzig, leicht.

Pfand (Deutschland)

Mehrweg-Flasche

Kronkorken, 0,33 / 0,5 l8 ct
Bügelverschluss15 ct
Kasten1,50 €

20er Kasten = 3,10 €, mit Bügelflaschen 4,50 €.

Einweg

Dose (auch 1 l, z. B. Faxe)25 ct
Einweg-Glas / PET25 ct

Gilt bis 3 l Füllmenge, unabhängig von Form und Größe.

So erkennst du es

DPG-Logo → Einweg, 25 ct „Mehrweg" / Scheuerring → 8 ct Bügelverschluss → 15 ct Kein Logo / aus dem Ausland → kein Pfand

Brauerei-Sonderflaschen können abweichen und werden oft nur beim Verkäufer zurückgenommen. Österreich: Mehrweg 20 ct, Einweg 25 ct.

Quellen: Die Stil-Beschreibungen sind eigene Texte des Bierclubs. Die Richtwerte zu Gärungsart, Stammwürze und Bittere orientieren sich an den BJCP Style Guidelines und Angaben des Deutschen Brauer-Bundes; die Gattungsgrenzen folgen dem deutschen Biersteuerrecht. Einzelwerte je Bier stammen aus Herstellerangaben, nicht belegte Werte sind Stil-Schätzungen.